Bericht über die Herbsttagungen 2019

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Als Teilnehmer dieser Veranstaltungen finden Sie die Tagungsunterlagen (Teilnehmerlisten, Kurzfassungen der Vorträge, Präsentationen) im Infobereich für Tagungsteilnehmer. Benutzername und Passwort entnehmen Sie bitte Ihrer Anmeldebestätigung.


Rückblick auf die Herbsttagung der Mathematischen Sachverständigen: 70 Jahre und agil wie eh und je!

Vor 70 Jahren ist die damalige Arbeitsgruppe der Versicherungsmathematischen Sachverständigen Bestandteil der aba geworden. Daraus ist dann später die heutige Fachvereinigung der Mathematischen Sachverständigen entstanden. Dies erschien Stefan Oecking, dem Leiter der Fachvereinigung, im Rahmen der diesjährigen Herbsttagung eine Erwähnung wert, verbunden mit dem Hinweis, dass man aber erst den 75. Geburtstag richtig feiern wolle.

Angesichts der Fülle von Themen und der nicht immer guten Nachrichten, die Gegenstand der Tagung waren, wäre wohl auch keine große Feierlaune aufgekommen. Ernüchternd waren die Ergebnisse, die Dr. Heinke Conrads, Mitglied der Fachvereinigungsleitung, aus einer Arbeitsgruppe berichten konnte: Unternehmen mit Direktzusagen haben seit 2010 etwa 50 Milliarden Steuern auf Scheingewinne gezahlt und bis 2025 werden wohl weitere 52 Milliarden hinzukommen. Die sich stetig weiter öffnende Schere zwischen HGB-Zins und Rechnungszins nach § 6a EStG schlagen hier voll durch. Dies wurde auch im Rahmen einer Presseerklärung der aba aufgegriffen.

Thomas Hagemann widmete sich in seinem Vortrag „Private Altersvorsorge, staatlich organisiert: die Deutschlandrente und andere Konzepte“ der aktuellen Diskussion um ein „Standardprodukt“ zur ergänzenden, kapitalgedeckten Vorsorge. Er zeigte, dass keines der Modelle wirklich überzeugen kann, dass alle erhebliche Lücken und Denkfehler haben. Wirklichen Pepp wird auch PEPP nicht in die Versorgungslandschaft bringen, so die Erkenntnis, die man aus dem Beitrag „Aktueller Sachstand zum Thema PEPP“ von Dr. Michaela Willert ziehen konnte. In seinem „Update zur reinen Beitragszusage“  hielt der aba-Vorsitzende Dr. Georg Thurnes ein flammendes Plädoyer für die reine Beitragszusage und arbeitete Gründe heraus, warum bisher noch kein Sozialpartnermodell an den Start gegangen ist und „wo es klemmt“. Gleichzeitig zeigte er Ansatzpunkte für Nachbesserungen an den Rahmenbedingungen auf.

Die vorgenannten Referenten diskutierten dann lebhaft mit Stefan Oecking, Michael Mostert und dem Publikum die Frage nach der Zukunft der ergänzenden Vorsorge.

„Wie gehen die Schweizer Versorgungswerke mit dem Niedrigzins um?“, dieser Fragestellung widmete sich Dr. Stephan Wildner. In der Schweiz erwarte man positive, niedrige, langfristige Rendite bei steigenden Risiken. Viele Schweizer Pensionskassen seien für diese Herausforderung aber noch nicht ausreichend gewappnet und die Versicherten würden auch nur langsam erkennen, dass auch in der Schweiz die Bäume nicht in den Himmel wachsen.

„EuGH zum Insolvenzschutz bei Pensionskassen und mögliche Auswirkungen“ stellte Philipp A. Lämpe dar und Christiane Grabinski widmete sich der „Aktuellen FG-Rechtsprechung zur Pensionsfondsübertragung – Was ist der auf den Past Service entfallende Teil der Rückstellung?“. Klaus Stiefermann berichtete über den aktuellen Stand auf dem Weg zur „Säulenübergreifenden Altersvorsorgeinformation“. Richtig technisch wurde es dann am Ende der Tagung. In einem Praxisbericht stellten Birgit Halmos und Dr. Benedikt Sipple den „Spot Rate – Approach im Siemens Konzern vor“ und Andreas Johannleweling widmete sich „Aktuellen Rechnungslegungsthemen aus den entsprechenden Arbeitsgruppen bei IVS und IDW“.

Einige Beiträge werden in Aufsatzform auch in den kommenden Heften der BetrAV aufbereitet und dort nachzulesen sein. Im nächsten Jahr werden die Mathematiker am 24. September 2020 in Frankfurt tagen.


 

Rückblick auf die Pensionskassentagung 2019 am 10. September 2019: Niedrigzins und Regulatorik

Jürgen Rings (Pensionskasse der Mitarbeiter der Hoechst-Gruppe VVaG) eröffnete die aba-Tagung der Fachvereinigung Pensionskassen am 10. September 2019 in Bonn mit einem Überblicksvortrag, in dem er die folgenden Vorträge in die größeren Zusammenhänge – Niedrigzinsphase und Regulatorik – einbettete.

Im weiteren Verlauf des Vormittags hatten die knapp 140 Teilnehmer die Gelegenheit, sich mit der Umsetzung der EbAV-II-Richtlinie zu beschäftigen. Der Vorstandsvorsitzende der aba, Dr. Georg Thurnes (Aon Hewitt GmbH), bewertete in seinem Vortrag die EIOPA-Stellungnahmen zur Richtlinienumsetzung. Angesichts der erwarteten BaFin-Rundschreiben „MaGo für EbAV“ und zur eigenen Risikobeurteilung endete er mit dem Plädoyer „Bitte keine neuerliche 1:1 Umsetzung, diesmal der EIOPA-Opinions! Bitte keinerlei Vorgaben auf Basis des Common Frameworks!“. Paul Wessling (MPK Müllerei-Pensionskasse VVaG) zeigte „live“ ein Programm, das zur Erstellung des Own Risk Assessment (ORA) genutzt werden könnte. Was beim Thema Outsourcing zu beachten ist, erläuterte Julian Bischof (Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft).

Das eher trockene Thema Revision/Audit veranschaulichte Dr. Thomas Schraml (Allianz SE) mit praktischen Beispielen, die er entlang der Investment Wertschöpfungskette erläuterte. Es folgte ein Block zum Thema „Real Assets“: Kathrin Kalau-Reus (Bayerische Versorgungskammer) stellte die wirtschaftliche Motivation für Investments in Infrastruktur dar und gab viele Hinweise für Pensionskassen, was bei dieser Assetklasse zu berücksichtigen ist. Dr. Thomas Müller (Pensionskasse der Mitarbeiter der Hoechst-Gruppe VVaG) zeigte, dass man sich bei der Frage nach den regulatorischen Rahmenbedingungen für Investitionen in Real Assets „drei Hüte aufsetzen muss“: Aufsichtsrecht, Steuerrecht und Investmentrecht müssen berücksichtigt werden.

Nach dem Schwerpunkt auf Real Assets war der nächste Vortrag wieder wesentlich breiter angelegt: Marco Hermann (BVV Versicherungsverein des Bankgewerbes a.G.) stellte die für Pensionskassen wesentlichen Entwicklungen in der Rechtsprechung dar. Die Anpassungsprüfungspflicht, Krankenversicherungspflicht der Rentner und die Rechtsprechung zur Doppelverbeitragung, Rechtswegzuständigkeit in Verfahren gegen regulierte Pensionskassen, Gleichbehandlung (Thema Späteheklausel) und Insolvenzsicherung waren einige der Themen, denen er sich widmete.

Wie auch bei der Tagung „Aufsichtsrecht für EbAV“ war die BaFin eingeladen, Aspekte der Regulierung aufzugreifen. Holger Linnenkämper und Kai Schlagböhmer (beide BaFin) stellten die Erwartungshaltung der BaFin in Bezug auf Nachrangdarlehen bei Pensionskassen dar.


Rückblick auf die Tagung "Aufsichtsrecht für EbAV" am 9. September 2019: Nachhaltigkeit und ESG

Den Auftakt der diesjährigen aba-Herbsttagungen machte am 09. September 2019 die Tagung „Aufsichtsrecht für EbAV“. Knapp 140 Teilnehmer widmeten sich zunächst dem Thema Nachhaltigkeit – moderiert von Andreas Hilka (Pensionskasse der Mitarbeiter der Hoechst-Gruppe VVaG): Karsten Löffler (Frankfurt School of Finance & Management und Vorsitzender des Sustainable Finance Beirats der Bundesregierung) gab einen Überblick über die politische Dimension des Themas. Er erläuterte das Bestreben der Bundesregierung, Deutschland zum führenden Standort für nachhaltige Finanzen zu machen – nicht zuletzt aus Wettbewerbsgründen. Nadine von Saldern (BaFin) griff die aufsichtsrechtlichen Aspekte des Themas auf, u.a. skizierte sie Inhalt und Zeitplan des branchenübergreifenden BaFin Merkblatts (Konsultation dazu wird Ende September / Anfang Oktober erwartet). Mit einer detaillierten Beschreibung und Kommentierung der EU-Offenlegungsverordnung rundete Sven Simonis (DWS Deutsche Asset & Wealth Management) den Vormittag ab. Matthias Kopp (WWF) eröffnete den Nachmittag mit der Frage, welche Tools Einrichtungen nutzen können, die ESG-Themen in ihre Arbeit integrieren wollen oder müssen. Ob und unter welchen Bedingungen die Berücksichtigung von ESG-Kriterien bei der Kapitalanlage etwas kostet, erörterte Dr. Stefan Nellshen (Bayer Pensionskasse VVaG), in seinem „pure capital market theory“ Vortrag.

Aber nicht nur ESG ist momentan ein wichtiges Thema für EbAV. Der weitere Nachmittag zeigte, wo es Neuerung für EbAV gibt: Peter Gramke (SOKA-Bau) zeigte, wie SOKA-Bau die VAG-Infopflichtenverordnung umsetzt. Sabine Mahnert (Willis Towers Watson Ltd.) stellte ein neues aba-Papier zur Kapitalanlage in der reinen Beitragszusage vor. Dirk Jargstorff (Bosch Pensionsfonds) berichtete von den Erfahrungen seiner Einrichtung, die im Sommer 2019 erstmals beim EIOPA Stresstest für EbAV teilnahm. Als letzten aber durchaus wichtigen Programmpunkt gab es einen Überblick zu den EIOPA-Berichtspflichten. Andrea Groß (BaFin) erläuterte den Berichtsweg und die Rolle der BaFin als Übermittler und stellte sich der Kritik der EbAV.


 

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