PensionsEurope-Positionspapier zum Digital Omnibus-Paket
16.03.2026
PensionsEurope hat, unterstützt von der aba, am 13. März 2026 ein Positionspapier zum „Digital Omnibus Reformpaket“ veröffentlicht, das von der Europäischen Kommission am 19. November 2025 vorgestellt wurde. Es zielt auf eine Vereinfachung und Harmonisierung des digitalen EU‑Rechtsrahmens ab und enthält Änderungsvorschläge u. a. zur DSGVO, zur KI-Verordnung, zum Data Act, zu Cybersicherheitsvorschriften sowie zur DORA‑Verordnung (DORA-VO). Damit öffnet sich ein Reformfenster bereits vor Ablauf der Überprüfungsklausel festgelegten Evaluationsfrist (Art. 58 DORA-VO).
PensionsEurope lehnt den im Digital Omnibus Paket enthaltenen Vorschlag ab, eine zentrale europäische Meldestelle für IKT-Vorfälle einzurichten. Durch diese könnten die mit durch die DORA-VO neu etablierten Meldewege (in Deutschland über das MVP-Portal an die BaFin und erst von dort aus an die zuständigen europäischen Stellen) entfallen und durch ein neues Reporting an ENISA (Agentur der Europäischen Union für Cybersicherheit) ersetzt werden.
Aus Sicht von PensionsEurope und aba würde die Schaffung einer zentralen EU-weiten Meldestelle für IKT-Vorfälle die Komplexität und die Kosten erhöhen. Anstelle einer Zentralisierung sollte die Meldung von IKT-Vorfällen vereinfacht werden (weniger Datenfelder, längere Fristen) und sich auf wesentliche Auswirkungen von Vorfällen auf kritische Funktionen konzentrieren.
Handlungsbedarf in Bezug auf die DORA-VO sehen PensionsEurope und aba an anderer Stelle. Es gibt weiterhin zu wenig Raum für Proportionalität bei der Umsetzung von DORA-Anforderungen. Die im Finanzbereich weitgehend einheitliche Anwendung der DORA-Anforderungen führt zu unnötigen Compliance-Kosten. Ein stärker prinzipienbasierter Ansatz von DORA würde dazu beitragen, ein wirksames IKT-Risikomanagement zu erreichen und unnötige IKT-Kontrollen zu vermeiden. Auch sollte der Detaillierungsgrad bei der Auslagerung und beim Auslagerungsregister („Register of Information“) reduziert werden. Als Bestandteil einer übergeordneten „EU-Vereinfachungsagenda“ sollte sich das Digital-Omnibus-Paket aus Sicht von PensionsEurope auch insgesamt stärker auf den Abbau unnötiger Komplexität konzentrieren.