Bundeskabinett verständigt sich auf die Besetzung der Alterssicherungskommission
17.12.2025
CDU, CSU und SPD hatten sich im Koalitionsvertrag darauf verständigt, in einer Rentenkommission bis Mitte der Legislaturperiode eine neue Kenngröße für ein Gesamtversorgungsniveau über alle drei Säulen der Alterssicherung zu entwickeln. Im Rahmen der Diskussion über das Gesetz zur Stabilisierung des Rentenniveaus und zur vollständigen Gleichstellung der Kindererziehungszeiten hatten sich die Koalitionsspitzen dann darauf geeinigt, dass die Rentenkommission ihre Vorschläge für eine Reform der Alterssicherung bereits bis zum Ende des zweiten Quartals 2026 vorlegen soll. Die Kommission wird im Januar 2026 ihre Arbeit aufnehmen.
Die Kommission soll aus insgesamt 13 Mitgliedern bestehen. Neben den Vorsitzenden sind acht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler benannt worden:
- Jörg Rocholl (Professor für Wirtschaftswissenschaften und Präsidenten der Wirtschaftshochschule ESMT Berlin)
- Martin Werding (Professor für Sozialpolitik und öffentliche Finanzen an der Universität Bochum und Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung),
- Tabea Bucher-Koenen (Professorin für Finanzmärkte an der Universität Mannheim und Leiterin des ZEW-Forschungsbereichs Altersvorsorge und nachhaltige Finanzmärkte),
- Silke Übelmesser (Professorin für Allgemeine Volkswirtschaftslehre/ Finanzwissenschaft an der Universität Jena),
- Camille Logeay (Professorin für Volkwirtschaftslehre insbesondere quantitative Methoden an der HTW Berlin),
- Monika Queisser (Leiterin der Sozialpolitik-Abteilung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)),
- Peter Bofinger (Seniorprofessur für VWL, Geld und internationale Wirtschaftsbeziehungen an der Universität Würzburg),
- Georg Cremer (ehemaliger Generalsekretär des Deutschen Caritasverbandes).
Neben den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern werden jeweils auch ein Vertreter der Regierungsparteien Mitglieder der Kommission sein: Pascal Reddig (CDU), Florian Dorn (CSU) und Annika Klose (SPD). Die Deutsche Rentenversicherung Bund nimmt als Sachverständige an allen Sitzungen teil. Die Kommission wird sich mit den Herausforderungen der nachhaltigen Sicherung sowie der Fortentwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung und der betrieblichen und privaten Altersvorsorge befassen. Sie soll dabei auf die bereits von der Bundesregierung eingeleiteten Reformmaßnahmen aufsetzen.
„Wir brauchen mehr Mut zu Reformen im Dreisäulensystem der deutschen Altersversorgung. Die angekündigte Rentenkommission sollte schnell große Reformschritte vorschlagen und insbesondere klare Rollen für alle Säulen der Alterssicherung definieren. Dabei sollte, wie auch im Ausland üblich, der Betriebsrente ein größerer Stellenwert zugebilligt werden. Wir brauchen eine solide, generationengerechte Alterssicherung mit einem dualen Kern aus gesetzlicher und betrieblicher Altersversorgung. Die aba wird diesen Prozess konstruktiv begleiten und ihre Vorschläge aktiv einbringen,“ betont Beate Petry, Vorsitzende des Vorstands der aba - Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung e.V. (vgl. Presseinformation der aba vom 5. Dezember 2025).