BetrAV 6/2025 erschienen
15.09.2025
An die erste Stelle stellt Conrads die Werthaltigkeit von bAV-Anwartschaften. Mittlerweile gehört es zum Allgemeinwissen, dass hohe Garantien eine sehr vorsichtig gestaltete Kapitalanlage erfordern, die Chancen auf eine besser Rendite und höhere Leistungen kostet. Dieses Wissen gelte es, bei allen beitragsbezogenen Zusagearten anzuwenden.
Im Interesse einer stärkeren Verbreitung spricht sich Conrads für eine Erleichterung der Entgeltumwandlung aus. Über ein Optionssystem könne relativ einfach eine ganze Belegschaft in die bAV einbezogen werden: die meisten Arbeitnehmer optieren nicht heraus, sondern bleiben dabei. Selbstverständlich müsse dabei die Entscheidungsfreiheit der Arbeitnehmer im vollen Umfang gewahrt werden.
Conrads behandelt auch den Aspekt der Motivation der Arbeitgeber, ihr Bedürfnis nach Transparenz, Vereinfachung und Entbürokratisierung sowie notwendige Antworten auf deren Scheu vor Haftungsrisiken für zugesagte Leistungen.
Conrads Kommentar schließt mit dem Wunsch nach einem gemeinsamen Erfolg und einer Stärkung der bAV insgesamt und damit aller Durchführungswege und Zusagearten.
In den fachlichen Abhandlungen der Ausgabe 6/2025
- stellen Hanne Borst und Dr. André Geilenkothen das Ergebnis einer Arbeitsgruppe der Fachvereinigung der Mathematischen Sachverständigen zur Erarbeitung angemessener ökonomischer und versicherungsmathematischer Grundsätze für die finanzielle Ausstattung von Rentnergesellschaften vor,
- präsentiert Prof. Dr. Martin Diller unter der Überschrift „Schluss mit den Zusagen-Zoos“ einen „radikal neuen Vorschlag zur Eindämmung der Komplexität älterer und sterbender Versorgungswerke.“ Diller zufolge könnten seine Überlegungen „ein wichtiger Baustein sein, Hemmnisse für die weitere Verbreitung betrieblicher Altersversorgung abzubauen“,
- widmet sich Sebastian Kienig im Beitrag „Zur Unzulässigkeit der Befristung von betrieblichen Versorgungszusagen“ rechtlichen Fallstricke sowie Reputationsrisiken von Vertragskonstellationen mit einer Befristung von Versorgungszusagen auf jeweils ein Jahr,
- erörtert Dr. Michael Karst praktische Fragen von Bestandsübertragungen zwischen Pensionsfonds aus arbeitsrechtlicher, aufsichtsrechtlicher und pensionsfondsrechtlicher Sicht,
- fasst Dr. Olena Roman die wesentlichen Erkenntnisse aus dem jüngsten Ergebnisbericht der DAV-Arbeitsgruppe „Garantien in der bAV“ zusammen,
- liefern Tobias Bockholt und Werner Schneider einen Praxisbericht über die Installation von Photovoltaikanlagen durch steuerbefreite Altersvorsorgeeinrichtungen (nach dem Erscheinen eines BMF-Schreibens von November 2023, das Klarheit über die Voraussetzungen einer steuerunschädlichen Praxis geschaffen hat),
- stellt Muriel Petersilie ihre Forschungsergebnisse über das „ungenutzte Potenzial der betrieblichen Altersversorgung“ vor, die sich im Rahmen einer Dissertation aus einem Vergleich der bAV-Systeme in Deutschland, Frankreich und Großbritannien ergeben haben.
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Über die BetrAV:
Die von der aba herausgegebene Zeitschrift BetrAV bietet in jeder Ausgabe auf ca. 100 Seiten eine Fülle von Fachartikeln sowie Informationen über politische Diskussionen, Gesetzgebung, Rechtsprechung, Praxis und Wissenschaft aus dem Bereich der betrieblichen Altersversorgung